Editorial
Danke allen!
«Auch in Zukunft wird dieselbe Frage tipiti leiten: Was brauchen Kinder – und wie können wir gemeinsam dazu beitragen, dass ihr Leben gelingt?»
Dieser Jahresbericht widmet sich in den Beiträgen unserer Mitarbeitenden aus den verschiedenen Betreuungsbereichen einem wichtigen Element unserer Grundhaltung: ins Gelingen verliebt zu sein.
Auf Anfang 2025 durfte ich die operative Leitung von tipiti an ein engagiertes Leitungsteam übergeben. Nach fünf Jahrzehnten aktiver Begleitung erfüllt es mich mit grosser Dankbarkeit zu sehen, dass die Arbeit von Menschen weitergeführt wird, welche dieselbe Haltung teilen: aufmerksam zu sein gegenüber den Bedürfnissen der Kinder, verantwortungsvoll im Handeln und überzeugt davon, dass Entwicklung nur im Zusammenspiel von Beziehung, Vertrauen und einem verlässlichen Rahmen möglich wird.
Unser Engagement basiert darauf zu unterstützen, zu begleiten, in Beziehung zu bleiben und zu ermutigen. Entwicklung geschieht nicht für das Kind, sondern mit dem Kind. Unsere Aufgabe liegt darin, mit ihm gemeinsam seine Ressourcen zu entdecken, zu fördern und daraus Perspektiven zu eröffnen. Wichtig sind Erfolgserlebnisse: Wenn Kinder erfahren, dass sie etwas können, etwas schaffen und gesehen werden, stärkt das ihr Vertrauen in sich selbst und in die Menschen um sie herum. Thomas Schwyzer, Leiter der Gesamtschule Trogen, schildert ein schönes Beispiel dafür.
Ich erinnere mich gerne an all die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, mit Pflegefamilien, Kolleg·innen, Partnerorganisationen und Unterstützer·innen. Gemeinsam haben wir erlebt, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Mein besonderer Dank gilt unseren Pflegeeltern, Fachberater·innen und Lehrpersonen. Sie alle setzen sich mit grossem Engagement für jedes einzelne Kind und jede·n Jugendliche·n ein. Sie nehmen sich Zeit, hören zu und bleiben dran – auch wenn ein Weg schwierig wird, sodass neue Erfahrungen gelingen können. Wenn ein Kind zum ersten Mal wieder Vertrauen fasst, eine Herausforderung meistert oder an sich selbst zu glauben beginnt, entsteht Entwicklung. Ich danke auch unserem Vorstand, allen Partnerorganisationen, Unterstützer·innen und unseren Auftraggeber·innen, die mit ihrem Mut und ihrer Energie unsere Arbeit ermöglichen.
Wir können das Leben eines Kindes nicht einfach verändern. Aber wir können Menschen zusammenbringen, die Zeit, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit schenken. Und wir können Rahmenbedingungen schaffen, damit Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen neue Perspektiven entwickeln können.
Ich bin stolz, diese Arbeit über so viele Jahre mitgestaltet zu haben und freue mich, dass heute viele engagierte Menschen bei tipiti diese Haltung weitertragen. Sie geben tipiti Zukunft und die Kinder dürfen erfahren: Da ist jemand, der an mich glaubt und mich auf meinem Weg begleitet. Auch in Zukunft wird dieselbe Frage tipiti leiten: Was brauchen Kinder – und wie können wir gemeinsam dazu beitragen, dass ihr Leben gelingt? Wir danken allen, die diesen Weg mit tipiti weiter gehen.
