Die tipiti Selbstverpflichtung

Grundsätze unserer Betreuung

Eine verlässliche Beziehung zu Kindern und Jugendlichen steht im Zentrum unseres Handelns.

Wir suchen unsere Mitarbeitenden sorgfältig aus und fördern sie gezielt. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass zwischen ihnen und den Kindern und Jugendlichen eine tragfähige Beziehung entsteht. Geschehen Fehler, ob auf Seiten der Kinder und Jugendlichen oder bei den Erwachsenen, dann wollen wir diese wieder gutmachen. So können wir die verlässliche Beziehung nahtlos weiterführen.

Schutz und Sicherheit in jeder Lebenslage möchten wir stets gewährleisten.

Wir setzen uns ein für den Schutz der Kinder und Jugendlichen. Das betrifft sowohl psychische wie physische Gewalt wie auch Beschämung. Dieser Schutz ist ein Teil unserer pädagogischen Arbeit.

Beim Aufbau eines tragfähigen sozialen Netzwerks wollen wir Kinder und Jugendliche unterstützen.

Wir arbeiten systemorientiert. Dazu gehört, dass wir Eltern und andere wichtige Bezugspersonen sorgfältig einbeziehen. Kinder und Jugendliche befähigen und unterstützen wir darin, ihre Freizeit so zu gestalten, dass sie Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse haben. Grundlage dafür ist die Entwicklung eines tragfähigen sozialen Netzes.

Ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben: Diese Entwicklung möchten wir fördern.

Wir achten die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen und ihre Biografie. Deshalb unterstützen wir sie gezielt in ihren Entwicklungsaufgaben und beziehen sie in alle Abläufe und Entscheide ein, die sie betreffen. Mit sorgfältig gestalteten Übergängen und unserem Einsatz für Nachbetreuung und Ausbildung helfen wir ihnen, den Alltag zu bewältigen.

Eine laufende Anpassung und Weiterentwicklung: So wollen wir auch in Zukunft unsere Aufgaben erfüllen.

Wir sprechen Menschen an, die sich persönlich und beruflich für Kinder und Jugendliche einsetzen. Unsere Organisation entwickeln wir laufend weiter. So können wir den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lebensläufen heute und auch morgen entsprechen.

Die tipiti Selbstverpflichtung

In der «tipiti Selbstverpflichtung» legen wir die für unser Handeln wichtigen Grundsätze fest und machen sie allen transparent – auch unseren Kindern und Jugendlichen.

Für die Betreuung von Kindern, die nicht in der eigenen Familie aufwachsen, hat das europäische Projekt Quality4Children wertvolle Standards festgelegt. Diese umfassen grundsätzlich, «dass Kinder in einem unterstützenden, schützenden und fürsorglichen Umfeld leben müssen, das die volle Entfaltung ihres Potenzials fördert». tipiti hat davon ausgehend fünf eigene Grundsätze zur «tipiti Selbstverpflichtung» definiert, welche die Werte in der Arbeitsweise der Mitarbeitenden von tipiti erklären.

In erster Linie bietet sie allen Mitarbeitenden Orientierung in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und motiviert sie, unsere Werthaltung nach innen und nach aussen zu vertreten. Unsere Mitarbeitenden können sich dadurch mit den tipiti-Grundsätzen identifizieren und sie beim Arbeitseinstieg bestätigen. Die Selbstverpflichtung umfasst jedoch nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen selber. Es erleichtert unseren integrativen und innovativen Kindesschutz, welcher Kinder und Jugendliche in Entscheidungen mit einbezieht, und widerspiegelt den Grundstein für unser prozesshaftes Handeln.

Im Dialog mit den Kindern weiter entwickeln

Die Selbstverpflichtung ist eigentlich ein Selbstverständnis. Die Grundsätze, die tipiti zum 40-jährigen Jubiläum schriftlich festgelegt hat, bieten jedoch mehr Transparenz und ermöglichen es auch unseren Kindern und Jugendlichen, sich zu äussern, wie sie die Arbeit von tipiti erleben. Entsprechend unserem Grundsatz der Weiterbildung und –entwicklung werden wir die Selbstverpflichtung auch laufend überprüfen und Rückmeldungen auswerten. In einem weiteren Schritt möchten wir die Selbstverpflichtung auch mit denen der Kinder ergänzen. Um diese Diskussion angehen zu können, «müssen wir mit den Kindern reden, damit sie uns verstehen, und wir müssen ihnen zuhören, damit sie reden können.»